Daniel Küblböck du fehlst. Brief von Kristina Bach

Daniel Küblböck du fehlst.

Brief von Kristina Bach

Daniel mein „kleiner Bruder“ und Freund.
Vor über 8 Jahren durfte ich Dich in der NDR Talkshow am 28.7.2010 kennenlernen. Wir beide waren dort in einer Talkrunde. Ich kannte Dich nur aus DSDS und erwartete einen durchgeknallten Paradiesvogel, denn so hatte man Dich in Deinen jungen Jahren vermarktet. Wie überrascht war ich dann als neben mir ein Mensch sass, aufmerksam, eloquent, warmherzig und von einer Schläue, die mich sofort beeindruckt hat. Du hattest einen solchen Entwicklungs-Sprung hinter Dir, und die Schikanen einer Castingshow schienen Dich nachhaltig nicht geschädigt zu haben.
Du erzähltest frei und überzeugt, von Deiner nachgeholten Gesangsausbildung und sangst spontan „Fly me to the moon“. Überraschtes Schweigen in der Runde. Ich fand es großartig vorgetragen – da saß jeder Ton, und ich brachte das auch zum Ausdruck. Von dieser Sekunde an wurden wir echte Freunde. Wie oft haben wir über Hamburg noch gesprochen. … Ich war seitdem für Dich die „große Schwester“, und von Dir konnte man echt lernen. Was haben wir zusammen gelacht und alles angestellt.

Herrlichen Blödsinn:
Wir sind unerkannt in spanischen Karaoke Lokalen aufgetreten, haben verlassene alte Häuser inspiziert, Uno Uno bis zum Morgengrauen, lauwarmes Dosenbier am Strand, nach unserem Mini Golf Match fingen wir beide dann gemeinsam an „richtig zu golfen“, und haben uns oft die Bäuche vor Lachen gehalten, als zum Beispiel das ungebremste Golf-Cart ohne uns den Berg runter raste, als wir in „der“ Ü 60 Disco abtanzten, Currywürste nachts um zwei „abgejoggt“ haben und ich wieder zu schnell mit dem Auto in die Kurven fuhr und Du „nicht sterben wolltest wie Grace Kelly“.
Wie oft mussten wir beide über diesen von dir damals im Spass gesagten Satz schmunzeln. ….
Seit letzten Sonntag aber haben diese Worte eine schmerzhafte Bedeutung für mich.
Was auch immer warum am 09.09. passiert sein mag,
Du bist fort und ich bin tieftraurig und fassungslos.

Jeder der Dich persönlich kennenlernen durfte, war angetan und begeistert von Deinem Tiefgang, Deiner Intelligenz und Deinem Verständnis über das Weltgeschehen. Du konntest über Wirtschaft und Politik debattieren, da hat so mancher Geschäftsmann anerkennend den Hut gezogen. Du warst nicht labil und weltfremd. Du standest mitten im Leben, Du warst stets beeindruckend. Du warst nie abgehoben oder gar herablassend und hast Dich Jahre später dafür noch fremdgeschämt, dass ein Titan in Deinem Beisein sich weigerte seine eigene Essens-Rechnung zu begleichen, da er ja in „seiner Person“ immerhin „Promotion für‘s Restaurant“ machen würde. …
Ja, Du warst auch sensibel, aber nie habe ich Dich depressiv erlebt.

Keiner der dich traf und Dich wirklich kennenlernen durfte, wird Dich je vergessen können.
Danke, dass ich Dir begegnet bin.
Danke für unsere vielen wertvollen Momente und die Freude, die wir gemeinsam teilten.

Du gute Seele.
Machs gut, wo auch immer Dein Stern jetzt leuchtet.
„Fly me to the moon“
Du fehlst.

Deine große Schwester
Kristina